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Lesum Sperrwerk

Die meisten Bremer nutzen das Lesumsperrwerk meist als Überquerung der Lesum bei einer sonntäglichen Fahrradtour. Seine eigentliche wasserwirtschaftliche Funktion und seine herausragende Bedeutung für den Hochwasserschutz Bremens werden weniger wahrgenommen.  

Das Schlüsselereignis zum Bau dieses Sperrwerkes liegt allerdings in der Februar-sturmflut von 1962. Die Sturmflut in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 hat die Unzulänglichkeit des damaligen Sturmflutschutzes auf beängstigende Weise belegt. Obwohl die Deiche von Lesum und Wümme standgehalten haben und Über- flutungen auf dem rechten Weserufer gerade noch ausblieben, liefen die Deiche an mehreren Stellen über und wurden auch erheblich beschädigt. Die Möglichkeiten, einen wirksamen Hochwasserschutz herzustellen, bestanden einerseits darin, die hinter dem jetzigen Sperrwerk liegende Deichstrecke entlang Lesum, Wümme und Hamme erheblich zu erhöhen oder andererseits durch den Bau von Sperrwerken eine Entlastung zu schaffen. Es zeigte sich, dass der Sturmflutschutz durch Sperrwerke am besten gewährleistet werden kann. Dabei war es logisch, dass nicht nur ein Sperrwerk, sondern wenn, dann drei Sperrwerke für die Unterweser-nebenflüsse Hunte, Ochtum und Lesum geschaffen werden müssen. Im November 1968 unterschrieben Bremen und Niedersachsen eine Verwaltungsvereinbarung für die Umsetzung dieser Maßnahme. Die Sperrwerke wurden am 1. Oktober 1979 in Betrieb genommen.

Das Lesumsperrwerk wird so betrieben, dass alle Fluten, die am Pegel Vegesack höher als NN +2,70 m auflaufen, gekehrt werden. Dies ist die Regelsperrung, die am Sperrwerk am häufigsten durchgeführt wird. Zudem kann bei Hochwasser im Ober-lauf der Wümme mit dem Sperrwerk durch frühzeitige Sperrungen eine Überflutung im Oberlauf gelegener Flächen durch Sperrungen bei NN +2,00 m abgemildert werden. Um Ernteausfälle zu vermeiden, können bei sehr hohen Wasserständen in den Borgfelder Wümmewiesen in der Sommerzeit auch Sperrungen am unteren Kenterpunkt, d.h. bei niedrigstem Wasserstand, durchgeführt werden, um ein zügiges Ablaufen des Wassers zu ermöglichen. Diese Sperrungen werden allerdings nur in Extremsituationen vorgenommen.

Der Betrieb des Sperrwerkes erfordert von den Mitarbeitern des Deichverbandes die Beobachtung und Vorausberechnung der Wasserstände an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr. Die Prognose, ob das Sperrwerk aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss, wird anhand des Tideverlaufs weiterer im Unterweserverlauf und an der Nordseeküste angeordneter Pegel wie Leuchtturm Alte Weser und Fedderwardersiel gerechnet.

Wenn man vom Sperrwerk stromauf in Richtung Hamme sieht, lässt sich sehr gut erkennen, dass der Lesumbroker Deich unmittelbar hinter dem Sperrwerk nicht mehr die volle Höhe wie der Weserdeich hat. Hier sinkt der Deich von NN +7,00 m auf
NN +4,50 m. Damit der abgesenkte Deich bei starkem Zufluss aus der Wümme sicher ist, verfügt das Lesumsperrwerk über ein leistungsfähiges Schöpfwerk mit 3 Pumpen, die jeweils 15 m³ pro Sekunde vor das Sperrwerk fördern können. Damit soll verhindert werden, dass der Wasserstand oberhalb des Sperrwerkes auf über
NN +3,20 m steigen kann und die Deichsicherheit gefährdet.

Der Mittelwert der Schließvorgänge am Sperrwerk lag in den ersten 20 Jahren ab Inbetriebnahme bei ca. 109 Schließungen pro Jahr. Durch die letzten Vertiefungen von Außen- und Unterweser ergeben sich häufigere Schließungen.

Das Sperrwerk wird in den nächsten Jahren auf eine höhere Überflutungssicherheit ausgelegt. Dazu werden die jetzigen vorhandenen Fluttore höher gebaut.

 

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