Null
Zukunft!?

Beirat Vegesack für Erhalt des „Muddy“ – Zwischennutzung kommt wohl nicht infrage

Schließt sie oder geschieht ein Wunder? Diese und ähnliche Fragen bewegt zurzeit Menschen im Stadtteil Vegesack deren Gedanken in Richtung „Muddy“ am Bahnhof gehen. Wie berichtet, läuft der Vertrag von Pächter Heiko Grebesich am 31. Januar aus. Deshalb hat Vegesacks Beiratssprecher Torsten Bullmahn (CDU) mehrere Ideen zum Fortführen der Traditionskneipe ins Spiel gebracht. In seiner letzten Sitzung hat der Beirat einen gemeinsamen Antrag dazu verabschiedet. Immerhin kann Grebesich seine Einrichtung wie den Tresen, Tische und Stühle sowie die Technik erst einmal in den Räumen belassen, ohne dass er dafür Pacht zahlen muss. Gleichwohl mögen Kenner der Materie derzeit nicht so recht daran glauben, dass es für das „Muddy“ eine Zukunft gibt.
„Der Beirat Vegesack fordert, die Traditionskneipe ,Muddy‘ in der jetzig bestehenden Form, mit einem nachhaltigen Konzept und Standort zu erhalten. Die Inneneinrichtung, bestehend aus allen zur Verfügung stehenden Geräten, dem Gestühl, der Bühne sowie der Tresenanlage müssen ein Bestandteil der Einrichtung bleiben“, heißt im Antrag des Beirats unter anderem. Und: „Lösungen sind mit der Wirtschaftsförderung und dem Senator für Kultur, dem Senator für Finanzen sowie der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa zu erarbeiten. Die Kneipe könnte auch durch das Kulturbüro Nord bespielt werden.“
Adressaten des Antrags sind der Finanzsenator, die Wirtschaftssenatorin, die Wirtschaftsförderung Bremen (WfB), die das Bahnhofsgebäude als sogenanntes Sondervermögen Gewerbe der Stadtgemeinde Bremen verwaltet, und die Kulturbehörde als Zuschussgeberin des Kulturbüros. Letzteres dürfte sich in Sachen zusätzlicher Überweisung zurückhalten. Sprecherin Alexandra Albrecht verwies bereits Anfang des Jahres darauf, dass weder die Stadt noch das Land Bremen keinen gültigen Haushalt haben. Deshalb könne das Ressort keine finanziellen Zusagen machen.
Die WfB ihrerseits verweist laut Sprecherin Juliane Scholz darauf, „das Bahnhofsgebäude grundlegend zu modernisieren.“ Deshalb strebe die Gesellschaft nicht an, „die vorhandene Gastronomie dauerhaft neu zu vermieten.“ Diesen Umstand haben auch die Vegesacker Ortspolitiker mit in ihre Überlegungen mit einbezogen. Sie forderten in der Beiratssitzung deshalb, über eine Zwischennutzung nachzudenken. Hierin ist Bremen übrigens im bundesweiten Vergleich spitze. Um Leerstände zu vermeiden, gibt es sogar eine Zwischennutzungs-Agentur. Scholz sagt denn auch: „Eine Zwischennutzung für den Übergangszeitraum bis zu einer geplanten Sanierung können wir uns vorstellen. Wir sind bereits in Kontakt mit Interessenten.“ Scholz ergänzt: „Wir denken eher langfristig.“
Die Interessenten, von denen Scholz spricht, sind der WfB über die Kontakte des Kulturbüros vermittelt worden. Doch für sie komme eine Zwischennutzung nicht infrage, weiß der künstlerische Geschäftsführer Malte Prieser. Für ihn ist das Thema „Muddy“ im Übrigen nach eigener Aussage abgehakt. Er wolle sich dazu nicht mehr äußern.

Von Ulf Buschmann

Letzter Abend im „Muddy“ am 18. Januar: Ob es so etwas jemals wieder in Vegesack geben wird, steht in den Sternen.
Foto: Buschmann