Das Comeback der Umweltwächter

Fünfköpfiges Team sorgt in Bremen-Nord für Sauberkeit und sensibilisiert für den Umgang mit Abfall

Die Umweltwächter sind zurück! 13,5 Monate nach ihrem Ende, startete am Montag, 16. Februar, ein Team aus fünf Personen. Unterwegs in Vegesack, Lesum und Blumenthal sorgen sie für Sauberkeit und lenken Aufmerksamkeit für das Thema. Schon ihre Vorgänger erhielten viel Lob und Wertschätzung, und auch jetzt freuen sich Bürger und Politik über das Comeback.

„Die Umweltwächter stehen für Präsenz, Verantwortung und gelebten Umweltschutz in den Stadtteilen“, fasste Susanne Hirsch, Geschäftsführerin des Arbeit und Lernzentrum e.V. (alz), bei der Wiedereinführung des Projekts zusammen. 2018 gegründet, boten die „Umweltwächter in Bremen-Nord“ über fünf Jahre mehr als 28 Teilnehmern einen niedrigschwelligen Einstieg in die Beschäftigung. Ende 2024 wurde das Projekt eingestellt, was im gesamten Bremer Norden großes Bedauern auslöste.

„Genau 13,5 Monate haben wir intensiv an einer Wiederaufnahme gearbeitet. Dank des engagierten Teams des Jobcenters war dies nun erfolgreich“, berichtet Susanne Hirsch. Sie lobt die konstruktiven Gespräche mit der neuen Leitung der Geschäftsstelle Nord. Sie begannen Ende Dezember 2025 – und dann ging alles ganz schnell „Dort hat man verstanden, dass wir eine gewisse Anzahl an Teilnehmern brauchen. Außerdem war das Engagement groß, es gab eine tolle Zusammenarbeit und den Willen, die Umweltwächter zurückzubringen“, so Hirsch weiter.

„Ich bin überglücklich, dass es gelungen ist, das Projekt wiederzubeleben“, sagt Ortsamtsleiter Florian Boehlke. Nicht nur die Lesumer hätten das Fehlen der Umweltwächter bemerkt und bedauert. Die Wiederauflage sieht er als guten Start, verbunden mit der Hoffnung, dass es wieder ein festes Team für jeden Stadtteil geben wird. „Der Bedarf ist da“, so Boehlke. Er hebt den pädagogischen Effekt hervor, den die Präsenz der Umweltwächter erzeugt.

Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, sieht in den Umweltwächtern ein mögliches Modellprojekt für ganz Bremen und Bremerhaven. Es verbindet soziale Teilhabe mit praktischem Nutzen. Die Teilnehmer sind sichtbar und ansprechbar vor Ort. Dass das Projekt nicht nur der Sauberkeit in den Stadtteilen guttut, sondern Menschen wirksam qualifiziert, zeigt sie am Beispiel der Teilnehmer des letzten Teams. „Von den 11 ehemaligen Umweltwächtern konnten sechs in den ersten Arbeitsmarkt wechseln. Zwei machen eine Umschulung. “

Auch für den Blumenthaler Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich steht neben der Verbesserung der Sauberkeit im Stadtteil vor allem die Wiedereingliederung der Teilnehmer im Fokus. „Das ist das große Ziel. “ Er ist froh, dass das Projekt wieder auflebt und hofft, dass es langfristig erhalten bleibt.

Gunnar Sgolik betrachtet das Comeback der Umweltwächter als echten Gewinn. „Man hat gespürt, dass sie nicht mehr da sind. Vor allem der Flugmüll hat stark zugenommen“, so der Ortsamtsleiter Vegesacks. Seiner Ansicht nach trägt die Präsenz der Wächter zu „einer Erhöhung der Lebensqualität im urbanen Raum“ bei. Er hofft, dass sich das Projekt verstetigt und ausgebaut werden kann.

Ab sofort sind die fünf neuen Umweltwächter als Gruppe im Bremer-Norden unterwegs – wechselweise in Vegesack, Lesum und Blumenthal.

Eine perspektivische Aufstockung ist nicht ausgeschlossen.

alz Umweltwächter mit alz Geschäftsführerin Susanne Hirsch, Anleitern, Senatorin Claudia Schilling (Arbeit, Soziales, Jugend und Integration), Ortsamtleitern Gunnar Sgolik (Vegesack), Oliver Fröhlich (Blumenthal) und Florian Boehlke (Burglesum)